Lukas Dellermann:
Die Lindauer Tagung hat einen hervorragenden Ruf – und das Format ist wirklich einzigartig. Es geht weniger um ein enges Fachthema, sondern vielmehr um Weitblick, Neugierde und Motivation. Wann sonst hat man die Gelegenheit, gleichzeitig auf so viele Nobelpreisträger:innen zu treffen?
Milena Wiegand:
Ja, ein Format wie die Lindauer Tagung findet man selten: Nobelpreisträger:innen und junge Forschende aus der ganzen Welt an einem Ort – eine tolle Gelegenheit, Fragen zu stellen, neue Perspektiven kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Gerade weil ich auf der Suche nach einem passenden Doktorat bin, hat Lindau perfekt gepasst: Ich wollte erfahren, wie andere denken, forschen – und ihre Leidenschaft leben.
Milena Wiegand:
Die Gespräche mit den Nobelpreisträger:innen waren natürlich besonders – so nahbar und offen! Genauso beeindruckend war aber die Energie unter uns jungen Forschenden. Wir diskutierten beim Mittagessen über Reaktionsmechanismen, abends über Chemie in den Neurowissenschaften und im Bus über Kernphysik – und niemand fand das seltsam. Diese Neugier überall: sensationell!
Lukas Dellermann:
Ein ganz besonderer Moment war der Laureate Lunch mit Sir David MacMillan, dem Nobelpreisträger für Chemie 2021. Wir haben über alles Mögliche gesprochen – von der Leitung großer Forschungsgruppen über Mentoring bis zu Präsentationstechniken. Aber eigentlich war die ganze Atmosphäre der Tagung mein persönliches Highlight: Der offene, inspirierende Austausch mit anderen jungen Wissenschaftler:innen war wirklich fantastisch.
Lukas Dellermann:
Ich bin mit noch mehr Begeisterung für chemische Forschung zurückgekommen – gerade für Projekte, die wirklich etwas bewegen können. Die Diskussionen über Zukunftsthemen wie KI in der Chemie oder Nachhaltigkeit haben mich sehr inspiriert. Und die vielen Gespräche haben mir wichtige Impulse für meine persönliche Entwicklung und Karriereplanung gegeben.
Milena Wiegand:
Lindau hat mich darin bestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen. Ein Laureate sagte: „Don’t be like the other monkeys.“ Das bleibt. Wissenschaft lebt von Mut und ungewöhnlichen Fragen. Ich nehme viele Impulse mit – fachlich und persönlich. Und die Erkenntnis, wie viel entsteht, wenn Menschen mit Neugier und Leidenschaft zusammentreffen.