Mein Name ist Birgit Dietlinger und ich bin 22 Jahre alt. In meiner Freizeit, die mir das Stipendium ermöglicht, liebe ich es, Zeit in der Natur zu verbringen, etwa um zu lesen oder um Sport zu treiben. Allem voran gehe ich gerne laufen, Rad fahren und schwimmen – im Mai habe ich an meinem ersten Triathlon teilgenommen.
Ich werde seit meinem Studienbeginn im Oktober 2022 durch die Grundförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) unterstützt. Ich studiere Gymnasiallehramt mit der Fächerkombination Englisch und Latein an der Universität Regensburg.
Besonders faszinieren mich die Bereiche Literatur, Geschichte und Kultur der beiden Sprachen bzw. deren Sprachregionen. Im Fach Englisch finde ich die Vielfalt an Kulturkreisen, in denen die Sprache gesprochen wird, und ihre Rolle als lingua franca sehr spannend. Das Lateinische bezaubert mich trotz seinem staubigen Ruf als tote Sprache immer wieder durch seine Aktualität – sei es in philosophischen Inhalten von Autoren wie Cicero oder Seneca oder in seinen Auswirkungen auf unsere heutige Gesellschaft und unser Denken.
Ich freue mich sehr, diese Begeisterung, aber auch fundamentale Werte, an die nächste Generation weitergeben zu dürfen. Es ist mir ein großes Anliegen, die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen, sodass alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – die Möglichkeit haben, ihren Bildungs- und Lebensweg frei und selbstbestimmt zu gestalten.
Denn auch meine Eltern sind beide Nichtakademiker – und sogar aus meinem weiteren Familienumfeld bin ich die erste, die auch nur das Gymnasium besucht hat. Deshalb stand es mir hauptsächlich aufgrund der Kosten nicht von vornherein offen, nach dem Abitur zu studieren. Für ein Stipendium habe ich mich daher zunächst vorrangig aus finanziellen Gründen beworben.
Diese Motivation veränderte sich allerdings im Laufe meines ersten Förderjahres. Das Besondere an der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ist, dass hier der Name Programm ist. Uns als Stipendiat:innen wird sehr viel Freiheit geboten und Vertrauen entgegengebracht.
Wir haben die Möglichkeit, selbst Seminare sowohl für andere Stipendiat:innen als auch für die breite Öffentlichkeit zu veranstalten. Dabei organisieren wir uns in 19 verschiedenen Arbeitskreisen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten: Von liberaler Grundphilosophie im Hayek-Kreis oder der Dahrendorf-Initiative, über die Initiative Queer_Feminismus, dem AK Wirtschaft und Soziales oder dem AK Innovation und Umwelt, bis hin zum Jahrbuch – um nur einige zu nennen.
Mein erstes Seminar als Stipendiatin war ein Treffen des Jahrbuchs. Da es nach Auswahltagung und Einführungsveranstaltung mein erstes Seminar in der Stiftung war, war ich entsprechend aufgeregt und unsicher, was und wer mich erwartet. Diese Sorgen stellten sich aber als absolut unbegründet heraus – ich wurde herzlich von den Koordinator:innen des AK Jahrbuch sowie den weiteren Teilnehmenden aufgenommen.
Ich lernte großartige Menschen kennen, die ich heute meine Freunde nennen darf, und verbrachte, während wir an den Inhalten des nächsten Jahrbuchs arbeiteten, ein spannendes Wochenende in Bonn.
Die Seminare, die von Stipendiat:innen und der FNF organisiert werden, finden in ganz Deutschland statt – teilweise sogar im Ausland. Ich komme ursprünglich aus dem Berchtesgadener Land, ganz im Südosten Deutschlands. Letztes Jahr im Herbst fand dort am Hintersee in Ramsau ein Seminar statt, bei dem man sich während einer Bergwanderung mit anderen Stipendiat:innen und Altstipendiat:innen vernetzen konnte.
Etwa ein Jahr davor nahm ich an einem Seminar in Greifswald über Kernfusion teil, im Rahmen dessen wir neben Expertenvorträgen die Forschungsanlage des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik besichtigten.
Trotz aller fachlichen Inhalte findet sich bei Seminaren immer genügend Zeit, um gemeinsam zu essen, sich auszutauschen und ein wenig von der Umgebung zu sehen. Das Stipendium der FNF ermöglicht es mir so nicht nur, einzigartige Kontakte zu knüpfen und viele Orte zu sehen, an die ich sonst nicht gekommen wäre, sondern auch spannende Einblicke in andere Fachgebiete zu erlangen.
Es ist eine enorme Bereicherung, dass in der Begabtenförderung Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zusammenkommen. Und es ist immer wieder erfrischend, im Gespräch mit anderen Stipendiat:innen neue Perspektiven zu erleben, sich auszutauschen und konstruktiv in den Diskurs zu treten.
In meinem zweiten Förderjahr wurde ich Koordinatorin des Jahrbuchs und erstellte mit den drei weiteren Koordinator:innen das Jahrbuch des vergangenen Jahres 2023. Neben Grußworten, Jahresrückblicken der AKs und Sonderbeiträgen zu 50 Jahren Begabtenförderung in der FNF sind Steckbriefe einer Vielzahl an Stipendiat:innen ein wichtiger Bestandteil des Jahrbuchs, das sowohl digital als auch in gedruckter Form erscheint.
Außerdem konnte ich in der Koordinatorenrolle wertvolle Erfahrungen in der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen sammeln. Weiter vertiefen kann ich diese seit letztem Herbst als Sprecherin der Stipendiatenschaft.
In dieser Zeit habe ich viele neue Leute kennengelernt und Freundschaften geknüpft. Als mir zu Beginn meiner Stipendienzeit Stipendiat:innen und Altstipendiat:innen erzählten, dass sie hier Freunde fürs Leben, ja sogar eine zweite Familie, gefunden hätten, konnte ich das kaum glauben. Nun geht es mir nach zwei bis drei Jahren ganz ähnlich.
Auch persönlich konnte ich wachsen: War ich noch relativ schüchtern, als ich mich für das Stipendium beworben habe, bin ich nun deutlich selbstbewusster – und habe gelernt, für mich und meine Meinung einzustehen.
Ich kann jedem, der liberale Werte vertritt, das Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wärmstens ans Herz legen. Ich bin sehr dankbar für alles, was mir dadurch ermöglicht wurde – angefangen bei der finanziellen Unterstützung und der grundsätzlichen Chance, ein Studium zu beginnen, bis hin zu den wundervollen Erfahrungen, die ich im Laufe des Stipendiums durch die ideelle Förderung machen durfte.
Ich hoffe, ich konnte dir einen Eindruck von meiner Zeit in der Förderung der FNF vermitteln. Ich würde mich immer wieder bewerben!
Übrigens: Seit Oktober 2024 werden neben Studierenden und Promovierenden auch Auszubildende aus dem Raum Berlin und Brandenburg gefördert. Also nichts wie los!