„Traut euch, das Netzwerk von ELES zu nutzen!“

Frage, was dein Studienwerk für dich tun kann: Moritz Rinaldo beschreibt, was er als Historiker am ideellen Förderprogramm und den Austauschangeboten des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) besonders schätzt und wie das Netzwerk der Mentor:innen seine Entwicklung unterstützt.

ELES: Lieber Moritz, was ist dein Studienfach und hast du ein besonderes Forschungsprojekt / akademisches Thema?

Moritz Rinaldo: Ich studiere Geschichtswissenschaften mit Schwerpunkt Zeitgeschichte im Master und spezialisiere mich dabei auf die deutsch-italienische sowie jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Insgesamt interessieren mich dabei insbesondere Fragen der Zugehörigkeit, der Migration und des Exils.

Was spricht dich bei ELES besonders an, was schätzt du an den Angeboten der ideellen Förderung besonders, was nimmst du mit?

ELES spricht mich als akademischer und zugleich als jüdischer Raum an, in dem es möglich ist, intellektuelle Debatten in Verknüpfung mit unseren spezifischen Perspektiven als Juden und Jüdinnen zu führen. ELES wirkt für mich wie einer der wenigen Räume, in denen noch tatsächliche Meinungsvielfalt und wahre Diskussionsfreude zu finden sind. Während sich gesellschaftlich ebenso wie innerhalb unserer Community Debattenräume oft weiter verengen und Diskussionen insgesamt zu stark vereinfacht werden, bietet ELES in dieser Hinsicht trotz aller Schwierigkeiten ein positives Vorbild.

Die ideelle Förderung von ELES ist für mich als Historiker insbesondere dann interessant, wenn es Bezugspunkte zu meinem Studium gibt, sich das Thema jedoch gleichzeitig außerhalb meiner fachlichen Expertise befindet. Umgehend fällt mir dazu etwa ein mehrtägiges Seminar in Wien zur jüdischen Geschichte der Psychoanalyse ein, aber auch ein mehrtägiges Seminar zum Thema Antiziganismus. Diese Veranstaltungsformate, bei denen man sich über mehrere Tage intensiv in ein spezifisches Thema hineindenkt und dazulernt, sind mir tatsächlich am liebsten.

Welche Rolle nimmt jüdische Identität und Spiritualität allgemein für dich innerhalb der ideellen Förderung ein und schätzt du die angebotenen Austauschmöglichkeiten?

Auch die Angebote der religiösen Bildung unter der Leitung der beiden ELES-Rabbiner Shaul Friberg und Max Feldhake habe ich bisher sehr gerne wahrgenommen. Diese und weitere Formate der religiösen Bildung stellen für mich eine sehr wünschenswerte Ergänzung zu den vielen eher kulturell-jüdischen Seminaren bei ELES dar.

Insgesamt lässt sich betonen, dass innerhalb der ideellen Förderung Menschen mit unterschiedlichsten jüdischen Biografien, religiösen Vorstellungen und weltlichen Ansichten die Möglichkeit finden, passende Angebote für sich zu entdecken.

Konntest Du Auslandserfahrungen sammeln?

Während meines ELES-Stipendiums konnte ich dank der Förderung gleich zweimal ins Ausland gehen: Ein Semester verbrachte ich 2022/2023 in New York City, und im vergangenen Sommer war ich schließlich für einen Forschungsaufenthalt in Rom.

Nutzt ihr das Netzwerk der Mentor:innen und Ehemaligen von ELES für eure akademischen Ziele?

Einen der wichtigsten Ratschläge, den ich allen Stips mitgeben kann: Traut euch, das Netzwerk des ELES zu nutzen. Ich habe dies bereits mehrfach in Anspruch genommen und dabei immer wieder erlebt, wie hilfsbereit die Menschen dort sind und wie sehr sie mich etwa bei Bewerbungen oder bei der beruflichen Orientierung unterstützt haben.

In welchen Bereichen / Institutionen liegt dein Engagement?

Mein Engagement liegt derzeit primär bei ELES. Nach jahrelangem Engagement im Social-Media-Team von Keshet Deutschland sowie innerhalb der Gemeindearbeit war ich ein Jahr lang Regionalgruppensprecher für die Region Berlin-Brandenburg, anschließend Fachgruppensprecher für die Geisteswissenschaften und im Jahr 2024 stipendiatischer Gesamtsprecher.

Moritz Rinaldo studiert Geschichtswissenschaften mit Schwerpunkt Zeitgeschichte im Master in Berlin und ist Stipendiat des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES). 2024 engagierte er sich als stipendiatischer Gesamtsprecher.