Kunst, Austausch und ein Raum ohne Rechtfertigungsdruck

Polina Dolinskiy studiert Operngesang an der Universität der Künste Berlin und erlebt ELES als einen besonderen Raum für Austausch, Offenheit und gegenseitige Unterstützung. In ihrem Erfahrungsbericht beschreibt sie, wie der Kontakt mit anderen Stipendiat:innen ihren Blick über die Kunst hinaus erweitert hat, warum sie sich als Fachgruppensprecherin für Kunst engagiert und weshalb ELES seit dem 7. Oktober für sie noch stärker zu einem Schutzraum geworden ist.

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist für mich einer der wenigen Orte, an denen Gespräche gleichzeitig persönlich, künstlerisch und politisch sein dürfen – ohne Rechtfertigungsdruck.

Ich studiere Operngesang an der Universität der Künste Berlin – ein Fach, das viel Selbstfokus verlangt. Gerade deshalb ist der Austausch mit anderen Stipendiat:innen für mich essenziell: Er holt mich aus meiner eigenen Blase heraus, konfrontiert mich mit anderen Realitäten und hat Projekte angestoßen, die weit über die Kunst hinausreichen.

Als Fachgruppensprecherin für Kunst gestalte ich inzwischen auch die ideelle Förderung aktiv mit. Besonders wichtig ist mir dabei der Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen.

Seit dem 7. Oktober ist ELES für mich noch mehr zu einem Schutzraum geworden – einem Raum, in dem ich über Antisemitismus, Unsicherheit und politische Spannungen sprechen kann. Was außerhalb oft ein Kampf um Sichtbarkeit ist, darf hier einfach sein. Diese Selbstverständlichkeit ist selten – und genau deshalb so bedeutsam.

Polina Dolinskiy studiert Operngesang an der Universität der Künste Berlin und ist Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES). Als Fachgruppensprecherin für Kunst engagiert sie sich aktiv in der ideellen Förderung.