„Eine Masterarbeit neben dem Baby? Ich habe dabei mehr gelernt als je zuvor.“

Vilja Lange ist Stipendiatin im Studienförderwerk Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw). Sie hat ihren Master abgeschlossen, ein Baby bekommen – und parallel ihre Promotion begonnen. Im Beitrag erzählt sie, wie sie Studium, Familie und Forschung zusammengebracht hat und warum finanzielle Unterstützung, gutes Umfeld und eine veränderte Haltung für sie den Unterschied gemacht haben.

Mit dem Studienförderwerk Klaus Murmann unterstützt die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) besonders leistungsfähige und engagierte Studierende und Promovierende dabei, in gesellschaftlicher Verantwortung unternehmerisch zu denken und zu handeln. Die aktuell rund 2.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten verschiedenster Fachrichtungen eint ihr Engagement und der Ge­mein­sa­me Wille, die Ge­sell­schaft künftig in verantwortungsvoller Position mitzugestalten. Eine von ihnen ist Vilja Lange.

Vom Masterabschluss zur Promotion – und Mutter geworden

Vilja hat im Frühjahr ihren Master in Economics an der Technischen Universität Dresden abgeschlossen und im April ihre Promotion zu organisationalen Partnerschaften und unternehmerischer Nachhaltigkeit begonnen. Ein Weg, wie ihn einige wählen – und doch unterscheidet sie eine kleine, aber entscheidende Besonderheit von anderen Studierenden: Sie ist Mama.

Wie sie Masterarbeit und Baby vereinbart hat

Auf die Frage, wie sie es geschafft hat, Masterarbeit und Baby unter einen Hut zu bringen, sagt sie, dass es wohl auf die richtige Kombination ankomme. Glücklicherweise hatte sie schon immer Freude am wissenschaftlichen Schreiben und fand mit ihrem Betreuer Marcel Thum genau die Unterstützung, die sie brauchte.

Dank ihres sdw-Stipendiums verfügte sie außerdem über die nötigen finanziellen Mittel, um sich gelegentlich kleine Entlastungen zu gönnen – sei es ein Mittagessen in der Mensa oder ein neuer Tablet-Stift, nachdem der alte mitten im Schreibprozess kaputtgegangen war. Was im ersten Moment banal klingt, war für sie entscheidend, denn gerade solche kleinen Erleichterungen summieren sich schnell, wenn man Studium und Familienalltag gleichzeitig meistert.

Sie betont: „Ich war in einer finanziell extrem privilegierten Situation.“

Ansprüche reduzieren – und trotzdem wachsen

Neben äußeren Faktoren war es vor allem auch Viljas eigene Haltung, die dazu beigetragen hat, dass sie Studienabschluss und Kind gut vereinbaren konnte:
„Ich habe meine eigenen Ansprüche reduziert. Das musste nicht die beste Arbeit werden, die ich je geschrieben habe. Sie sollte methodisch sauber, ordentlich zitiert und inhaltlich korrekt sein, natürlich. Aber es musste nicht die Arbeit werden, die ich ohne Baby geschrieben hätte.“

Diese bewusste Entscheidung, Perfektion loszulassen, war für sie zentral – und vielleicht eine Erkenntnis, die auch viele andere Studierende, mit oder ohne Kind, ermutigen kann.

Vilja fasst es so zusammen: „Ich habe auf meinem Weg zu einer im wahrsten Wortsinn nebenbei geschriebenen Masterarbeit fachlich viel gelernt und mich persönlich weiterentwickelt – mehr, als es ohne diese besondere Situation möglich gewesen wäre.“

Warum Vorbilder wichtig sind

Wir finden: Vilja ist ein beeindruckendes Role Model für Studierende mit Kindern. Sie zeigt, dass sich wissenschaftliche Exzellenz und Familienleben nicht ausschließen müssen, sondern sich sogar gegenseitig bereichern können.

Wie wichtig solche Vorbilder sind, bestätigt auch Vilja selbst:
„In meiner vorherigen Regionalgruppe in Jena hatte ich eine Mitstipendiatin mit drei Kindern. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich den Schritt in die Mutterschaft noch im Studium gewagt habe.“

Was das sdw-Förderwerk ausmacht

Diese Begegnungen machen das Studienförderwerk Klaus Murmann und die sdw aus: Hier kommen junge Menschen zusammen, die sich gegenseitig inspirieren, stärken und ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen – auch dann, wenn er auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt.