„Nach meinem Abitur habe ich einen Freiwilligendienst im Ausland absolviert und mich dort entschieden, im Anschluss ein Studium zu beginnen. Da ich aus einer Arbeiter:innenfamilie komme, war mir bewusst, dass meine Eltern mich nicht finanziell unterstützen können, weshalb ich nach Möglichkeiten gesucht habe, mein Studium selbst zu finanzieren. Über eine Infoseite im Internet bin ich auf die 13 großen Begabtenförderungswerke gestoßen und das Evangelische Studienwerk hat direkt mein Interesse geweckt.
Ich habe mich immer ehrenamtlich in meiner Heimatgemeinde engagiert und dachte, dass ich gut nach Villigst passe. Trotzdem hatte ich Bedenken mich zu bewerben, da ich „nur“ ein 2,0 Abitur habe und nicht Medizin oder Jura studieren wollte. Trotzdem wollte ich die Chance ergreifen und mich bewerben. Durch Zufall habe ich bei einem Seminar während meines Freiwilligendienstes einen Villigster Stipendiaten kennengelernt und er hat mich ermutigt, mich zu bewerben.
Ich habe mich vor meinem Vorauswahlgespräch informiert, wie ich mich am besten vorbereiten kann und habe dann bei arbeiterkind.de gelesen, dass es hilfreich ist, mindestens einen Monat vorher die Tagesschau zu schauen, da in dem Gespräch tagesaktuelle gesellschaftliche und politische Themen besprochen werden könnten.
Während Corona waren die Auswahlgespräche online und es hat mir wirklich total viel gebracht, mich zu erkundigen, was gerade in der Welt passiert. Der Ausschuss bestand aus drei Personen und es war ein sehr angenehmes Gespräch. Eine Frage konnte ich nicht beantworten. Doch das war gar kein Problem, wir sind dann einfach zur nächsten Frage übergegangen. Ich habe mich riesig gefreut, als ich eine Einladung zur digitalen Hauptauswahl bekommen habe und kurz nach der Hauptauswahl habe ich die Zusage für ein Stipendium bei Villigst erhalten – an der Kasse einer Autowerkstatt. Die Kassiererin war ziemlich überfordert, als ich plötzlich anfing, vor Freude zu weinen.“
„Das Stipendium hat für mich ganz zu Beginn vor allem finanzielle Unabhängigkeit bedeutet. Ich dachte, dass ich einfach das Geld nehme und sonst wenig mit dem Werk und den anderen Stipendiat:innen zu tun haben werde, da ich mich als Arbeiter:innenkind und als FH Studierende etwas unwohl gefühlt habe und gegenüber anderen Stipendiat:innen, die Psychologie, Medizin und Jura studieren.
Dann habe ich wenige Monate nach meiner Aufnahme die Einführungswoche für die neuen Stipendiat:innen betreut und bin dafür zum ersten Mal nach Villigst gefahren. Ich wurde sehr herzlich von den anderen Stipendiat:innen im Betreuungsteam empfangen und habe mich direkt wohl gefühlt. Diese Woche war die Initialzündung für mich, sich intensiver im Studienwerk zu engagieren.
Danach habe ich mich für nahezu alle Veranstaltungen angemeldet, war auf Sommerunis, Delegiertenkonferenzen und bin mittlerweile Sprecherin der AG Gender. Jetzt bedeutet Villigst für mich vor allem eine Art zu Hause. Ich habe dort einige meiner engsten Freund:innen kennengelernt und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder hinfahren kann. Außerdem bedeutet es für mich, dass in Villigst immer ein offenes Ohr für meine Sorgen hat und ich bei Bedarf viel Unterstützung finde und alle bemüht sind, eine gute Lösung zu finden. Wenn ich das Stipendium beim Evangelischen Studienwerk nicht bekommen hätte, dann würde ich heute vielleicht gar nicht mehr studieren. Ich bin sehr dankbar für alles, was mir dieses Stipendium ermöglicht.“
„Informiert euch genau auf der Homepage des Werkes, schaut vorher mindestens einen Monat die Tagesschau und lest euch vor eurem Gespräch nochmal eure Bewerbungsunterlagen durch!
Informiert euch, ob es an eurer Uni ein Stipendienreferat im AStA gibt (das ist eine Person, die selbst ein Stipendium hat) oder schaut, ob es von der Hochschule aus Angebote gibt und lasst euch beraten! Geht zu Infoveranstaltungen in eurer Nähe und sprecht mit den aktuellen Stipendiat:innen. So könnt ihr face to face eure Fragen ansprechen und euch Tipps holen. Und zum Schluss: Verstellt euch nicht in dem Gespräch, seid einfach so wie ihr seid und wenn ihr eine Frage nicht beantworten könnt, dann ist das gar nicht schlimm. Und: Traut euch, es lohnt sich!“